IChoc – Vegane Schokolade im geschmacklichen Milchpelz

IChoc

Hallo liebe Veganesen und Interessierten,

es liegt mir fern als Veganerin mit der Hau-drauf Keule durchs Leben zu gehen.
Oft reicht es jedoch nicht aus, ethisch oder gesundheitlich motivierte Gründe 
für seine Lebensweise darzulegen

Nachdem mir meine Mum in liebevoller Absicht wiederholt Milka-Herzen aus Vollmilch mitbrachte und ich sie mindestens genauso oft über die unveganen Rohstoffe aufgeklärt habe also ungefähr 50 Mal, sah ich dringenden Handlungsbedarf in Form von PSYCHOLOGIE. ^^

„Du, ist wirklich lieb mit der Schoki, aber da ist Kuhmilch drin. Weißt doch, dass ich tierische Produkte meide… seit 3 Jahren.“

„Du isst keine Schokolade mehr? Und wie ist das mit Kaffee? Also ICH brauch ja meine Milch.“ 

Ich sehe ihr Unverständnis im Gesicht und fahre geduldig fort: „Na ja, es gibt genügend Alternativen, auch für herkömmliche Milch und Schokolade. Mandelmilch, Reismilch, Sojadrink z.B.“

„Aha.“ sagt sie mit ungläubigem Blick.

Beim Kaffeekränzchen schiebe ich ihr die Sorten White Nougat Crisp, White Vanilla und Choco Cookie von IChoc über den Tisch. 

Wir genießen das sonnige Wetter auf der Terrasse und plaudern. Amüsiert schaue ich zu, wie sie sich Stückchen für Stückchen auf der Zunge zergehen lässt.


„Schmeckts?“ frage ich sie.

Offensichtlich hat sie unser Gespräch längst vergessen und nickt zufrieden. 

„Oh ja, die sind sehr lecker. Die White Nougat zergeht richtig auf der Zunge! Wo gibts die denn?“

„Zum Beispiel bei DM. Kostet 1,95 € und ist sogar Bio-Schokolade.“

„Toll! Da werde ich morgen mal gucken gehen.“

„So ganz ohne Milch, Mama?“ 

„Wie ohne Milch?“

„Na die sind vegan. Nicht mit Kuh-Milch sondern aus Reisdrink hergestellt.“

„Oh, das ist ja irre, dann bring ich Dir beim nächsten Mal die IChoc Schokolade mit!“ 


Jeder trifft seine Entscheidungen selbst, ob nun beim Essen oder seiner persönlichen Einstellung.

Ich möchte niemanden mit dem erhobenem Zeigefinger überzeugen, sondern durch Informationen, durch das Vorleben indem ich Anreize schaffe und alternative Wege aufzeige, auch wenn mich meine Mum, genau wie meine Omi, sicher noch das ein oder andere Mal mit tierischen Produkten beschenken werden. 😉

Ichoc

 

Das steckt drin



IChoc – White Nougat Crisp


Zutaten: Roh-Rohrzucker*, Haselnussmark* 23%, Kakaobutter*, Reisdrinkpulver 11,5% (Reispulver*, Sonnenblumenöl*, Salz), Haselnusskrokant* 8% (Roh-Rohrzucker*, Haselnüsse*, Mais-Glukosesirup*, Karamellsirup*), Bourbon Vanilleextrakt*.



IChoc – White Vanilla


Zutaten: Roh-Rohrzucker*, Kakaobutter*, Reisdrinkpulver 18% (Reispulver*, Sonnenblumenöl*, Salz), Erdmandelgrieß*, Bourbon Vanilleschoten* (gemahlen).



IChoc – Choco Cookie


Zutaten: Roh-Rohrzucker*, Kakaobutter*, Kakaomasse*, Reisdrinkpulver 13% (Reispulver*, Sonnenblumenöl*, Salz), Kakaokeks* 12% (Weizenmehl*, Roh-Rohrzucker*, Palmfett* (RSPO-cert.), Kakaopulver*, Zuckerrübensirup*, Meersalz), Haselnussmasse*, Bourbon Vanilleextrakt*. Kakao: 40% mindestens im Schokoladenanteil.


*aus biologischem Anbau. Hergestellt in einem Unternehmen, in dem auch Milch und andere Schalenfrüchte verarbeitet werden.

Die Verpackung wird mit FSC-zertifizierter Faltschachtel aus Pappe und kompostierbarer NatureFlex-Folie hergestellt.

 

Der Geschmack 


Geschmacklich haben mich alle Sorten überzeugt, sodass ich keinen klaren Favoriten nennen kann.
Ich tendiere jedoch zu der White Vanilla, da ich schon immer gerne weiße Schokolade genascht habe. 


Die Nougat Crisp * ist von ihrer Konsistenz her eher zart und wird auch im Kühlschrank nicht so fest, wie die beiden anderen Sorten.
Weißer Haselnussnougat trifft auf feinste Krokant-Stückchen und schmilzt regelrecht im Mund.


Die White Vanilla * ist etwas süßer und die Bourbon-Vanille kommt optisch wie geschmacklich schön durch. 


Die Choco Cookie * schmeckt intensiv schokoladig und enthält leckere Keksstückchen für ein crunchiges Erlebnis.

Da ich bisher annahm, alle IChoc Sorten wären palmölfrei, habe ich aufgrund des enthaltenen Palmfetts in der Sorte Choco Cookie etwas tiefer recherchiert und eine Produktanfrage gestellt. 

Folgende Antwort erreichte mich am nächsten Morgen: 

Liebe Michaela,

vielen Dank für Deine Email. Gerne möchten wir Dir einige Hintergrundinfos zum Thema Palmöl geben.

Das Bio Palmöl, das wir in der Sorte „Choco Cookie“ verwenden, ist zertifiziert nach „Roundtable on sustainable palm oil“ (RSPO)
Eine Rückverfolgung ist jederzeit gegeben.

Die Mitglieder des RSPO haben sich bislang zu folgenden Prinzipien und Kriterien verpflichtet:

• Keine Rodung von Primärwäldern und ökologisch wertvollen Waldflächen für Plantagen,
• Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenartenarten auf der Plantage,
• Schutz von Wasser, Boden und Luft (das bedeutet unter anderem: kein Abbrennen von Wald),
• Einhaltung gesetzlicher Regelungen, darunter Landnutzungs- und Eigentumsrechte,
• Keine Kinderarbeit, dafür Bildungsangebote für die auf der Plantage lebenden Kinder,
• Einbindung und Förderung von Kleinbauern sowie
• Kontrolle der Plantagen durch unabhängige, autorisierte Prüfer.

Warum nutzen wir Palmöl: (vorsicht, es wird ein wenig technisch, da die Antwort aus unserer Produktentwicklung stammt… ;-))
Eine Substituierung von Palmöl ist nicht ohne weiteres möglich, und leider können wir bei der Herstellung von Süßwaren derzeit nicht auf das Öl verzichten. Palmöl hat technische, funktionale und sensorische Eigenschaften, die viele andere Öle so nicht besitzen.
Gegenüber anderen Ölen hat das Palmöl beispielsweise einen höheren Schmelzpunkt und weist einen neutralen Geschmack, z.B. gegenüber Rapsöl und Kokosfett, auf. Zudem sind wir an sehr hohe Mindestabnahmemengen und einem höheren Preisniveau der alternativen Fette gebunden.
Die ersten Versuche in unserem Unternehmen, dass Palmöl auf längere Sicht durch andere Fettfraktionen zu substituieren, brachten leider sensorisch, technisch und auch preislich noch keine zufriedenstellende Lösung.
Exotische Fette, wie Kokos, wiesen einen Eigengeschmack nach Kokos auf und überdeckten die gewünschte Geschmacksnote. Aufgrund eines anderen Schmelzverhaltens gegenüber Palmöl war der haptische Eindruck des Kokosfettes zu hart und nur ein schwacher Schmelz auf der Zunge, der als Fettfilm im Mundraum haften blieb.
Zudem ist Kokosfett ein laurisches Fett und kann zu beschleunigter Fettmigration neigen.
Zudem besteht die Möglichkeit, schneller zu verseifen.
Wie Du siehst, ein sehr komplexes Thema. Ich hoffe, ich konnte es einigermaßen verständlich darstellen.

Wer komplett auf Palmöl verzichten möchte, kommt leider nicht um langwierige Recherchen herum.
Eine Alternative ist wie immer das Kaufen und Unterstützen von Produkten, die entweder nachweislich kein Palmöl enthalten oder Produkte von Firmen zu verwenden, die ihre Inhaltsstoffe zu 100 % offen deklarieren.

Ich bedanke mich bei der Firma Vivani für die superschnelle Reaktion.

 

Konntest Du Deinen Schoko-Jieper bereits auf vegane Art befriedigen oder bist Du noch auf der Suche?  Achtest Du auf Palmöl in Produkten? Erzähl mal! 😉 

Ichoc

12 thoughts on “IChoc – Vegane Schokolade im geschmacklichen Milchpelz

  1. Vitamin B12 könnte gehen, aber Schokolade als B12-Quelle – öhmm….

    Vitamin D werden sie nie reingeben, weil das als fettlösliches Vitamin auch überdosiert werden kann, mit Osteoporose und Nierensteinen als Folge. Also müsste man es so niedrig dosieren, dass da selbst beim heftigsten Schokofressflash nix passieren kann, und dann bringt's bei "normalen" Konsummengen genauso viel, als liesse man es weg. Also lässt man es weg…

    Omega3-Fettsäuren lassen sie weg, weil die furchtbar schnell ranzig werden. Bei Brot kann man sie reingeben, weil es schneller trocken/schimmelig wird, als das Fett ranzig. Deswegen sind die Omega3-Supplemente ja auch luftdicht in 'ner Gelkapsel, damit sie nicht oxidieren (also: nicht ranzig werden).
    Im Brot überstehen sie dann aber das Backen nicht, es sei denn, im ganzen Leinsamen.
    Aber bei Sachen, die auch eine gewisse Zeit im Regal verbringen können sollen (wie Schokolade…): Nö, besser nicht.

    Was es schlauerweise gibt, sind mit pflanzlichem (!) Vitamin D3 angereicherte Omega 3-Kapseln auf Algenbasis. Da hast Du das Vitamin D gleich in gelöster Form, so dass Dein Körper es auch verwerten kann, und bei DHA/EPA musst Du Dich auch nicht drauf verlassen, dass Dein Körper es schafft, das aus ALA (wie in Leinöl) zusammenzubauen…

  2. Na endlich eine süße Alternative. Die Schokoladen, die ich bis jetzt probiert habe, waren nicht unbedingt eine Geschmacksexplosion. Alle 3 werde ich mir morgen kaufen gehen. Was mich interessiert, ich nehme z.B. Vitamin D Tropfen von vitaminexpress.org ein, weil ich einen starken Mangel habe. Aber gibt es denn nicht vegane Produkte, die mit Nahrungsergänzungsmitteln angereichert sind?? Sowas wie B12 oder Omega3 in Schoki, damit ich das nicht extra supplementieren muss? Gruß

  3. He he, interessant! Aber ja, ich empfinde die White Vanilla tatsächlich süßer. 😀
    Aber lecker find ich sie alle auf ihre Art und Weise. 🙂

  4. Die white nougat crisp ist sooooooooo unglaublich lecker. Die hat sich jetzt auch direkt meine nicht-vegane Mitbewohnerin mehrfach gekauft 😉 Ich fand die white Vanille nicht so lecker, weil ich die wesentlich weniger süß fand, meine Stiefmutter fand sie aus genau dem Grund leckerer.
    Du findest die wirklich süßer als die anderen Sorten?

  5. Wohoooow! Die Auswahl ist ja der Hammer!
    Da lacht das Kuh-Euter. 😀
    Danke für den Tipp, da werde ich sicher mal etwas intensiver stöbern. 🙂

  6. Guckst Du mal beim Zotter (www.zotter.at – direkt in Österreich bestellbar, aber auch in Deutschland online und in vielen Läden zu haben ), der hat neben Kuhschokolade auch mehr als 60 vegane Schokokreationen – Bio, Fairtrade, handgeschöpft, auch nicht ganz billig, aber jeden Cent wert! Die mampft man auch nicht einfach so weg, sondern klebt sich ein Stückchen unter den Gaumen und lässt sie schmelzen. Meh, jetzt krieg ich Hunger!
    Ansonsten: Absolut richtig, was Du machst – erzähl den Leuten nicht, was Du _nicht_ isst, sondern zeig ihnen, was Du isst (Du erzählst ihnen, wenn sie nach Deinem Urlaub fragen, auch ncitm, wo Du _nicht_ warst…)

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